Fachbeiträge

Notrufnummer im Sicherheitsdatenblatt

Die Angabe einer Notrufnummer im Sicherheitsdatenblatt wird derzeit unter Nr. 1.4 im Anhang der Verordnung (EU) 453/2010 geregelt.

Der Verordnungstext an dieser Stelle lautet:

„Es sind Angaben zu Notfallinformationsdiensten zu machen. Gibt es in dem Mitgliedstaat, in dem der Stoff oder das Gemisch in Verkehr gebracht wird, eine öffentliche Beratungsstelle (dies kann die Stelle sein, die für die Entgegennahme der gesundheitsbezogenen Informationen gemäß Artikel 45 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 und Artikel 17 der Richtlinie 1999/45/EG zuständig ist), so ist deren Telefonnummer zu nennen, was ausreichend sein kann. Sind solche Dienste aus bestimmten Gründen nur begrenzt verfügbar — gelten etwa bestimmte Betriebszeiten oder sind bestimmte Arten von Informationen nicht verfügbar —, ist dies klar anzugeben."

Diese Telefonnummer hat dann den Charakter einer Notrufnummer, wenn unter ihr jeden Tag 24 Stunden lang Notfallauskünfte erhältlich sind.

Gibt es in dem Land der Gemeinschaft, in dem das Produkt abgegeben wird, einen öffentlichen Dienst, gem. Artikel 45 der Verordnung (EU) 1272/2008, der uneingeschränkt Notfallauskünfte erteilt, so muss die Notrufnummer dieses Dienstes angegeben werden.

Ist das nicht der Fall, so müssen dies Pflichten durch den Verantwortlichen für die Abgabe des Produktes erfüllt werden. Sieht sich der Pflichten-Adressat dazu nicht in der Lage, so kann er damit einen anerkannten nicht öffentlichen Notfallauskunftsdienst beauftragen.

Ist es zu erwarten, dass unter der angegeben Notrufnummer eine fachliche oder zeitliche Begrenzungen vorliegt, so muss im Sicherheitsdatenblatt darauf hingewiesen werden.

Erst wenn ergänzend angegeben wird, wo fehlende Auskünfte in der verbleibenden Zeit, innerhalb 24 Stunden, erhältlich sind, sind die Angaben vollständig. In letzter Instanz trägt der Produktabgebende dafür die Sorge, dass diese Begrenzungen beseitigt sind.

In einem solchen Fall werden dann so viele Notrufnummern, mit Erläuterungen angegeben, bis sichergestellt ist, dass jeden Tag 24 Stunden lang Notfallauskünfte erhältlich sind.

Die Aufstellung der ECHA zeigt dazu einige Hilfestellungen. Weil diese Angaben regelmäßig bearbeitet werden, ist es möglich, dass neue Infoquellen hinzugekommen sind, oder auch, dass bestehende entfallen sind. Eine andere Quelle zu Notrufdiensten wäre die der WHO. Auch gilt, dass vor und nach ihrer Anwendung, diese Angaben überprüft werden sollten.

Stand: Oktober 2011
Autor: Detlef G. Schröder